Es wird oft über das Jetzt gesprochen und geschrieben. Zum Beispiel ist damit der Übergang gemeint, durch den die Zeit von der Zukunft in die Vergangenheit fliesst. Dazu gehört, dass es im Jetzt keine Vergangenheit und keine Zukunft gebe und somit auch kein Bedauern über die Vergangenheit und keine Sorge um die Zukunft – also keine Schmerzen und keine negativen Gedanken und Gefühle. So erlebe der Mensch, verweilend im Jetzt, einen sorglosen und befreiten Zustand. Das Jetzt kann man als beliebig kurz ansehen, so kurz, dass nur noch ein Sein erfahren wird ohne Absicht und ohne Handlung. Das Jetzt ist also fast nichts.

Auch wenn ein Jetzt fast nichts ist, ist es immer noch etwas, es ist nicht nichts. Und jedes Etwas, und mag es noch so klein sein oder kurz dauern, ist immer noch sehr viel mehr als ein Nichts. Denn im Vergleich zu einem Nichts können wir ein Jetzt erleben und bewusst wahrnehmen. Diese bewusste Wahrnehmung wird zum Beispiel in der Meditation und im Yoga und ähnlichen Techniken geübt.

Von fast nichts zu gar nichts ist ein grosser Schritt. Denn im Nichts ist nichts, auch nicht ein Rest von Jetzt. Ein Nichts ist nicht teilbar in noch kleinere Teile. Es entzieht sich der Wahrnehmung und der Sprache und auch dem, was wir eine Erfahrung nennen. Denn im Nichts ist auch kein Mensch, der dieses Nichts erleben könnte. Nichts ist mit nichts vergleichbar, weil es keine Eigenschaften hat.

Alles Geschehen wird gerne mit einem Theater verglichen. Eine Fotokamera kann einen Moment, also ein Jetzt, in diesem Theater festhalten. Ein solches Jetzt ist bereits sehr reduziert. Und doch ist es immer noch viel mehr als ein Nichts. In einem Nichts gibt es nicht nur keine Schauspieler und somit keine scheinbare Handlung, es gibt auch keine Bühne als materielle Grundlage, es gibt keine Zuschauer mit ihren subjektiven Erfahrungen und somit auch kein Jetzt mit seinem sorglosen und befreiten Zustand.